Mittelalterhaus Nienover
 
Impressum        
Start Aktuelles Das Haus & die Region Historie Die Rekonstruktion Haus & Inneneinrichtung Der Backofen Naturpark Solling-Vogler Literatur Angebote Veranstaltungen 2019 Die Gruppen Kooperationspartner Archiv Anfahrt Links Kontakt & Impressum ENGLISH Datenschutz

Die Geschichte der Stadt Nienover und Ereignisse im Mittelalters

Nienover, Burg und Stadt (Stadt ca.1190-1270)

  • Die erste bekannte Nennung „Nienuoverre“ erfolgte in einem zwischen  1144 und 1152 entstandenen Güterverzeichnis des Grafen Siegfried v. von Boyneburg - Northeim (1095 -1144).
  • Die größte Bedeutung besaß die Burg im 12. und 13. Jh., als sie Mittelpunkt einer Grafschaft und Residenz der Grafen von Dassel und Nienover war.
  • Macht und wirtschaftlicher Aufstieg dieser Adelsfamilie ermöglichte  um 1190 die planmäßige Gründung  einer  ca. 6 ha großen Stadt mit Markt und ca. 2000 Einwohnern.
  • Nienover war mit einer doppelten Wall- und Grabenanlage umgeben. An besonders gefährdeten Bereichen hatte diese Verteidigungsanlage eine Tiefenerstreckung von 30 - 40 m. In 500 - 800 m Entfernung war zudem eine Landwehr vorgelagert, die eine Fläche von ca. 30 ha umschloss.
  • Die Gründung der „Grafschaft Nienover“ bedrohte unter anderem auch die Macht des Bischofs von Paderborn, der seiner Position 1210/20 durch eine militärische Aktion  Nachdruck verlieh.
  • Nach dem ersten großen Stadtbrand infolge dieser Auseinandersetzung wurden weniger günstig gelegene Grundstücke aufgegeben, der Wiederaufbau erfolgte in den zentralen Bereichen der Stadt.
  • Ein erneuter Flächenbrand um 1270, der nach Funden von Armbrustbolzen vermutlich in Zusammenhang mit einer militärischen Auseinandersetzung steht, zerstörte die Stadt ein weiteres Mal. Wahrscheinlich griff der draufgängerische Herzog Albrecht I von Braunschweig den Zentralort der Sollinggrafschaft mit der gräflichen Hauptresidenz  an, um diese unter seine Oberhoheit zu bringen.
  • Nach 1270 verödete die Stadt in kurzer Zeit. Als um 1300 die Grafschaft endgültig an die Welfen verkauft wurde, waren die letzen bürgerlichen Bewohner der Stadt allem Anschein nach bereits abgezogen und die Stadt geriet in Vergessenheit.
  • Die Burg wurde endgültig im 30 jährigen Krieg (1618 - 1648) zerstört. Heute steht an dieser Stelle das als Gestüt genutzte Renaissanceschloss.
  • Im Rahmen der langjährigen Erforschung zur Siedlungsgeschichte im Solling erkannte Prof. Dr. H.G. Stephan (Universität Göttingen, jetzt Universität Halle) 1993 die Bedeutung  dieses Gebietes. Es folgten Jahre mit Begehungen und Kartierungen der damaligen Ackerflächen, bis 1996 die erste Grabung begann. Bis 2007 folgten weitere Grabungskampagnen und  die kontinuierliche, interdisziplinäre und außergewöhnlich erfolgreiche Erforschung des Areals.
(Quelle: Sonja König, Die Stadtwüstung Nienover im Solling, Materialhefte zur Ur-u. Frühgeschichte Niedersachsens,2009, Band 39)


Detail aus der Zeichnung von T. Künzel. Der rote Punkt auf dem Dach eines Hauses (rechte obere Viertel der Zeichnung) markiert die Rekonstruktion.


Europa im 13. Jh. (einige Schlaglichter)

Hochmittelalter: Von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts.
Spätmittelalter:  Der Zeitraum von der Mitte des 13. bis zu dem Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts.
Ereignisse und Entwicklungen:
  • In Straßburg entsteht die erste Bauhütte. Bauhütten gelten als Vorläufer der Zünfte.
  • Gründung der drei großen Bettelorden, der Augustiner-Eremiten, Dominikaner und Franziskaner.
  • Bedeutende europäische Werke der Buchillumination wie die Maciejowski-Bibel entstehen.
  • Der Versroman Parzival des Wolfram von Eschenbach entsteht im ersten Jahrzehnt.
  • Um 1230 werden die Lieder und Dramentexte der Carmina Burana aufgeschrieben.
Diese Epoche gilt als Blütezeit des Rittertums und der Kreuzzüge:
1189–1192 Dritter Kreuzzug - Ziel: Jerusalem
1197–1198 Kreuzzug Heinrichs VI. - Ziel: Jerusalem
1202–1204 Vierter Kreuzzug - Ziel: eigentlich Ägypten/Jerusalem, letztlich Konstantinopel
1212 Kinderkreuzzug - Ziel: Jerusalem
1217–1221 Fünfter Kreuzzug, Kreuzzug von Damiette - Ziel: eigentlich Jerusalem, letztlich Ägypten
1228–1229 Kreuzzug Friedrichs II. - Ziel: Jerusalem
1239–1240 Kreuzzug Theobalds IV. von Champagne - Ziel: Askalon/Damaskus
1240–1241 Kreuzzug Richards von Cornwall - Ziel: Askalon/Jerusalem
1248–1254 Sechster Kreuzzug - Ziel: Ägypten/Jerusalem
1251 Hirtenkreuzzug - Ziel: eigentlich Ägypten
1270-1272 Siebter Kreuzzug - Ziel: Tunis/Jerusalem

Baukunst:
Die Gotik ist eine Strömung der europäischen Architektur und Kunst des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Gegend um Paris und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500. Zentrales Element in dieser Baukunst ist der Spitzbogen

Persönlichkeiten:
  • Dschingis Khan, mongolischer Khan (* wahrscheinlich um 1155, 1162 oder 1167; † wahrscheinlich am 18. August 1227)
  • Elisabeth von Thüringen, Landgräfin und Heilige (* 7. Juli 1207 auf Burg Sárospatak in Ungarn; † 17. November 1231 in Marburg an der Lahn)  
  • Friedrich II: König von Sizilien 1198–1250, römisch-deutscher König 1212–1250, Kaiser ab 1220.  Von Zeitgenossen später „stupor mundi“ („das Erstaunen der Welt“) genannt, gilt als einer der bedeutendsten römisch-deutschen Kaiser des Mittelalters (* 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona, Italien; † 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucera, Italien)
  • Otto IV. von Braunschweig, römisch-deutscher König (* 1175/76 in Braunschweig; † 19. Mai 1218 auf der Harzburg)
  • Franz von Assisi, Gründer des Franziskanerordens (* 1181/1182 in Assisi, Italien; † 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle unterhalb von Assisi)
  • Marco Polo erreicht China um 1274 (* ca. 1254; † 8. Januar 1324; Venedig)
(Quelle: Wikipedia)